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Den Boden der Europäischen Stadt

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung e.V. veranstaltet am 08./09.03.2019 in Berlin eine Debatte zur gemeinwohlorientierten Bodenpolitik.

Den Boden der Europäischen Stadt

Die Errungenschaften der europäischen Stadt haben eines gemeinsam: Sie brauchen den Boden, auf dem sie sich entwickeln können. Dieser Boden wird der Europäischen Stadt seit einiger Zeit im wahrsten Sinne des Wortes entzogen – weil er nicht ausschließlich seinem Zweck gemäß und effektiv genutzt wird und auch zur lukrativen Anlage für anonyme Geldströme wird.

Das verteuert den Boden und damit verteuern sich ebenso seine Nutzungen: Mieten steigen und Bewohnerinnen und Bewohner werden aus ihren Nachbarschaften verdrängt. Die Preise für landwirtschaftliche Böden schnellen in die Höhe und die regionale Landwirtschaft stirbt. Die Kommunen bekommen keine Grundstücke für Kitas und Schulen mehr, die vorhandenen Einrichtungen sind überlastet. Jede Generation der Planenden und Bauenden muss sich von Neuem dafür einsetzen, dass der Boden die Basis für das Gemeinwesen und das Allgemeine Wohl ist: dafür, dass Menschen ein ökonomisch selbstbestimmtes Leben in stabilen sozialen Netzwerken führen, dass Kommunen die Daseinsvorsorge gestalten und sich für den sozialen Zusammenhalt einsetzen, dass öffentliche Räume dem demokratischen Gemeinwesen dienen, dass  Freiräume vorhanden sind, die den ökologischen Ausgleich gewährleisten und dass landwirtschaftliche Flächen zur Verfügung stehen, die das Fundament für eine nachhaltige regionale Versorgung sind. Trotz der immensen gesellschaftspolitischen Relevanz des Themas, trotz zahlreicher guter Vorschläge für die Anwendung alter und die Entwicklung neuer Instrumente wird eine gemeinwohlorientierte Wende in der Bodenpolitik seit den 1970er Jahren verschoben. Welche Argumente sprechen für diese Wende, welche dagegen? Wovor haben die politischen Akteure auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene Angst, wenn das Stichwort Bodenpolitik fällt? Welche Argumente könnten diese Ängste entkräften? Im Rahmen der Veranstaltung werden diese Dinge erläutert und mit dem Ziel diskutiert, Antworten zu finden.

Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung finden Sie hier.

Die Veranstaltung wird vom Ausschuss für Bodenpolitik der DASL entwickelt und organisiert. Sie findet statt im Dialog mit und mit Unterstützung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), der Senatskanzlei Berlin, des vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V., des Zentralinstituts für Raumplanung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und des Instituts für Städtebau und Wohnungswesen (ISW) München.