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Städtebauliche Atypik in der bauleitplanerischen Praxis

Frühbucherrabatt
Fortbildungsnachweis
in Kooperation mit der ByAK

in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer

Die Sicherung einer adäquaten Grundversorgung der Bevölkerung ist Aufgabe der Kommunen. Es gilt, durch strategische Planungen und bauplanungsrechtliche Festsetzungen eine flächendeckende Nahversorgung zu realisieren, die für alle Bevölkerungsgruppen gut zu erreichen ist.

Die Zulässigkeit von großflächigen Einzelhandelsvorhaben ist in § 11 Abs. 3 BauNVO geregelt. Dementsprechend dürfen großflächige Einzelhandelsbetriebe außerhalb von Kerngebieten und in Sondergebieten nur zugelassen werden, wenn keine negativen Auswirkungen auf städtebauliche und raumordnerische Belange zu befürchten sind. Eine Ausnahme bildet die Ansiedlung oder Erweiterung großflächiger Lebensmittelmärkte in zentralen Versorgungsbereichen oder städtebaulich integrierten Standorten. In diesen Fällen wird den Märkten eine positive Wirkung auf die Gemeindestruktur und die Daseinsvorsorge unterstellt. Diese als städtebaulich atypisch bezeichnete Vorhaben sind auch bei Überschreiten der Regelvermutungsgrenze von 1.200 qm Geschossfläche nicht auf die Ausweisung eines Kern- oder Sondergebietes angewiesen.

Die Feststellung einer städtebaulichen Atypik wird somit in vielen Genehmigungsverfahren zur Schlüsselfrage. Eindeutig beantworten lässt sich die Frage nach dem Vorliegen einer städtebaulichen Atypik auf der Grundlage von kommunalen Einzelhandels- und Zentrenkonzepten. Fehlen diese Konzepte oder sind zentrale Versorgungsbereiche und Nahversorgungslagen nicht ausgewiesen, ist die Klärung einer städtebaulichen Atypik häufig mit Unsicherheiten und Problemen verbunden.

Das Fachseminar greift die bestehenden Unsicherheiten in der Zulassung von großflächigen Lebensmittelmärkten auf und stellt dabei insbesondere auf die städtebauliche Atypik nach § 11 Abs. 3 BauNVO ab. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung, die Rechtsgrundlagen der Genehmigungspraxis großflächiger Einzelhandelsvorhaben zu erläutern und im Anschluss daran anhand von Fallbeispielen Bezug zu konkreten Planungsfällen zu nehmen. Darüber hinaus ist die Erstellung sowie die Handhabung von kommunalen Einzelhandels- und Zentrenkonzepten Gegenstand des Seminars.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

Hinweis:

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, im Vorfeld fachspezifische Fragen und Praxisbeispiele einzureichen. Diese werden von den Referenten in der Seminardurchführung berücksichtigt. Bitte senden Sie entsprechende Fragen oder Unterlagen bis zum 09.06.2020 per E-Mail an doerr@isw.de.

 

 

Programmablauf

23.06.2020, Dienstag

09:30     Anmeldung, Kaffee und Kontakte

10: 00    Beginn des Fachseminars
    
17:00    Ende des Fachseminars

inkl. Mittags- und Kaffeepausen  

 

1.    Strategische Handelsentwicklung in Kommunen

  • Ziele und Funktionen von Einzelhandelskonzepten
  • Steuerungsmöglichkeiten und notwendige Inhalte
  • Zentrale Versorgungsbereiche

2.    Rechtsrahmen und rechtliche Umsetzung

  • Vorgaben nach Landes- und Regionalplanung
  • Festsetzungen in Bauleitplänen
  • Zulässigkeit im unbeplanten Innenbereich
  • Aktuelle Rechtssprechung

 3.    Steuerung über Sondergebietsfestsetzungen

  • Anwendungsbereich des § 11 Abs.3
  •  Vermutungsregel und Widerlegbarkeit
  •  Städtebauliche und betriebliche Atypik

 4.    Städtebauliche Atypik - Diskussion anhand von Fallbeispielen aus der Planungspraxis

 5.    Arbeits- und Übungsphase

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Tagungsort

Eurostars Book Hotel Schwanthalerstraße 44
80336 München
In Verbindung mit dieser Buchung können Sie das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn nutzen.

Referent/innen

  • Dr. Donato Acocella

    Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung, Lörrach

  • Dr. Max Reicherzer

    Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Redeker Sellner Dahs, München

Moderation

Dipl.-Geogr. Sarah Dörr

Wissenschaftliche Referentin

Fortbildungsnachweis

Sie erhalten vom ISW eine Teilnahmebestätigung.

Die Veranstaltung wird von der AKH anerkannt. Das Anerkennungsverfahren bei der AKBW ist noch nicht abgeschlossen.

 

Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt 320,00 EUR. Bei Buchung bis einschließlich 26.05.2020 erhalten Sie 10% Rabatt auf die Teilnahmegebühr.

In der Teilnahmegebühr sind eine Tagungsmappe, Mittagsimbiss sowie Getränke enthalten.

Kontakt

Für fachliche Fragen wenden Sie sich bitte an:
Sarah Dörr
Telefon: 089-542706-13
E-Mail: doerr@isw.de

Für organisatorische Auskünfte wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat (Telefon: 089 54 27 06 0 ).