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Lärmschutztage NRW - Lärmschutz in der Bauleitplanung

Fortbildungsnachweis

Bei nahezu jeder Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhebung von Bebauungsplänen spielt der Schutz vor Lärm eine bedeutende Rolle. Besonders Großstädte weisen dabei eine überdurchschnittliche Betroffenheit vom Umweltproblem ‚Lärm‘ auf. Dabei stellt das Heranrücken lärmempfindlicher Nutzungen an vorhandene lärmemittierende Anlagen beziehungsweise an bestehende lärmemittierende Verkehrswege regelmäßig eine planungsrechtliche Herausforderung dar.

Innerhalb des Bauplanungsrechts erfolgt jedoch wegen seines Grundanliegens – der bodenbezogenen Regulierung von Nutzungen – lediglich eine sehr grobmaschige Auseinandersetzung mit Geräuschimmissionen: So enthalten weder das Baugesetzbuch noch die Baunutzungsverordnung emissions- oder immissionsrelevante Grenzwerte oder Regeln zur Beurteilung von Lärm. Dennoch erfolgt im Rahmen der Bauleitplanung durch die Regelung der bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit die räumliche Zuordnung störender und schutzwürdiger Nutzungen. So existieren eine Reihe verschiedener Regelwerke unterschiedlicher Rechtsnatur, die getrennt nach Lärmquellen oder –arten emissions- oder immissionsbezogene Grenz- Richt- bzw. Orientierungswerte liefern, welche durch die planenden Gemeinden zur Beurteilung von Lärm herangezogen werden können beziehungsweise müssen.

Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung werden mit Blick auf die Planungspraxis verschiedene Lösungsstrategien der bauleitplanerischen Konfliktbewältigung thematisiert. Neben materiellen Grundlagen und Hinweisen für die Planungspraxis wird auch die neue Rechtsprechung zur Gliederung von Industriegebieten mit Hilfe von Emissionskontingenten erläutert.
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Mitarbeiter*innen der Bauplanungs- und Bauordnungsbehörden wie auch an Umwelt- und Rechtsämter sowie an Aufsichtsbehörden der Städte, Gemeinden und Landkreise. Auch Mitarbeiter*innen von Planungs- und Ingenieursbüros, Immissionsschutz und Umweltbeauftragte sowie sonstige Interessierte sind herzlich Willkommen.

Kursvorbereitung und Leitung:
Maria Köppen-Fuhrmann, M. Sc., Institut für Städtebau Berlin
Mareike Schnorr, M. Sc., Institut für Städtebau Berlin

Programmablauf

28.11.2019, Donnerstag

09:30 Anmeldung/Ausgabe der Tagungsunterlagen
09:50 Begrüßung und Einführung
Maria Köppen-Fuhrmann, M.Sc.
Mareike Schnorr, M.Sc.
Institut für Städtebau Berlin
10:00 Rechtsprechung zur TA Lärm – Planerische Beurteilung von Gemengelagen
Einbeziehung der aktuellen Rechtsprechung
(BVerwG, B. v. 05.03.19 – 4 BN 18.18, dass. B. v. 07.06.19 – 8 B 36.18, dass. B.V. 11.07.19 – 3 B 15.18) bei der Beurteilung und Steuerung von Gemengelagen
Prof. Dr. Olaf Reidt, Redeker | Sellner | Dahs, Berlin
10:45 Fragen und Diskussion
11:15 Kaffeepause
11:45 Lärmschutz in der bauleitplanerischen Abwägung am Beispiel Hamburg
Konfliktbewältigung auf Ebene der Bauleitplanung, Maßnahmen und Festsetzungen
Stefan Mundt, Umweltbelange in der Stadtplanung bei der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg
12:45 Fragen und Diskussion
13:00 Mittagspause
14:00 Lärmaktionsplanung – Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung
Rechtlicher Hintergrund, Verbindlichkeit und Probleme in der Praxis
Jochen Richard, Planungsbüro Richter-Richard, Aachen/Berlin
15:15 Fragen und Diskussion
15:30 Kaffeepause
16:00 Anspruch der Gemeinden auf Umsetzung der Maßnahmen im Lärmaktionsplan?
Auswirkungen des Urteils des VGH Mannheim v. 17.07.2018 – 10 S 2449/17
Dr. Bettina Enderle, Kanzlei für Umwelt- und Planungsrecht, Frankfurt a.M.
16:45 Fragen und Diskussion
17:00 Ende des ersten Tages

29.11.2019, Freitag

09:15 Einführung
Maria Köppen-Fuhrmann, M.Sc.
Mareike Schnorr, M.Sc.
Institut für Städtebau Berlin
09:30 Rechtsprechung: Gliederung eines Industriegebiets mit Hilfe von Emissionskontingenten
BVerwG, B. v. 07.03.2019 – 4 BN 45.18
Dr. Samuel Thomann, Richter am Verwaltungsgericht, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesverwaltungsgericht
10:15 Fragen und Diskussion
10:45 Kaffeepause
11:00 Geräuschkontingentierung und Gliederung von Gewerbe- und Industriegebieten nach § 1 Abs. 4 BauNVO – Auswirkungen der Rechtsprechung auf die Planungspraxis
Vorgehensweise bei Gliederung (Gliederung/gebietsübergreifende Abstufung) von Gewerbe- und Industriegebieten unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung textliche Festsetzungen und zeichnerische Darstellung; Vermeidung von Fehlerquellen;
Guido Kohnen, Kohnen Berater & Ingenieure, Freinsheim
12:15 Fragen und Diskussion
12:45 Mittagspause
13:45 Möglichkeiten und Grenzen architektonischer Selbsthilfe - Praxisbeispiele
Prof. Dr. Michael Koch, Geschäftsführer Planung+Umwelt, Stuttgart; Honorarprofessor für das Fachgebiet „Umweltprüfung“, TU Kaiserslautern
15:00 Fragen und Diskussion
15:30  Ende des Seminars

 

 

 

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Tagungsort

Haus der Technik Essen, Raum 609 Hollestraße 1
45127 Essen
In Verbindung mit dieser Buchung können Sie das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn nutzen.

Referent/innen

  • Prof. Dr. Olaf Reidt

    Redeker | Sellner | Dahs, Berlin

  • Stefan Mundt

    Umweltbelange in der Stadtplanung bei der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg

  • Jochen Richard

    Planungsbüro Richter-Richard, Aachen/Berlin

  • Dr. Bettina Enderle

    Kanzlei für Umwelt- und Planungsrecht, Frankfurt a.M.

  • Dr. Herrmann Samuel Thomann

    Bundesverwaltungsgericht, Leipzig

  • Prof. Dr. Michael Koch

    Geschäftsführer Planung+Umwelt, Stuttgart; Honorarprofessor für das Fachgebiet „Umweltprüfung“, TU Kaiserslautern

  • Guido Kohnen

    Kohnen Berater & Ingenieure, Freinsheim

Moderation

Maria Köppen-Fuhrmann M.Sc. Stadt- und Regionalplanung

Wissenschaftliche Referentin ISB Berlin

Fortbildungsnachweis

Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung.

Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt 350,00 EUR.

In der Teilnahmegebühr sind eine Tagungsmappe sowie Getränke enthalten.

Kontakt

Für fachliche Fragen wenden Sie sich bitte an:
Maria Köppen-Fuhrmann
Telefon: 030-230822-23
E-Mail: koeppen@staedtebau-berlin.de

Für organisatorische Auskünfte wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat (Telefon: 030 23 08 22 0 ).